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Kunsthof Bahnitz - Dorfstr. 33, 14715 Milower Land OT Bahnitz
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Zur Geschichte des Kunsthof Bahnitz
Rekonstruktion eines historischen Dorf-Gasthofs
1


- zu ergänzen -


Die Rekonstruktion, Sanierung, kompletten Modernisierung/Erweiterung des Hofs an der Bahnitzer Dorfstr. 33 (2003-2005) blickt zurück auf eine wechselreiche Geschichte. Wie der Bahnitzer Lokalhistoriker Friedrich Bading2 verzeichnet, wurde der Hof in der Dorfstr. 33 in einer Dorfchronik zum ersten Mal erwähnt im Jahr 1872. Auf dem Grundstück befand sich damals ein „Hirtenhaus, das den Kossaten gehörte“. Das Anwesen wurde dann 1879 von dem Bahnitzer Maurer Wilhelm Stübing erworben, dessen Gaststätte in der Dorfstr. 19 zu eng geworden war und die wohl schon 1872 in die Nr. 33 umzog, weil dort etwas mehr Raum zur Verfügung stand. Bading: „Wir staunen heute, daß in der alten engen Krugstube ein oder zweimal im Jahr Tanz abgehalten wurde“. Dort, im damaligen Gaststättenraum, liegt heute die Bibliothek des Kunsthofs. Wann das "Hirtenhaus" durch ein grösseres Gebäude, den "Gasthof Jonas" erweitert wurde, ist unklar. Im Folgenden eine Dokuentation der Baugeschichte der ehemaligen Dorfgaststätte und des Kunsthof Bahnitz.

Periode Gasthof Jonas

Stübing verkaufte am 22. Juni 1883 die Gaststätte an den ehemaligen Ökonomen Hermann Schwarzlose. Sein Nachfolger wurde am 18. Januar 1897 Albert Jonas, bisher Schmiedemeister in Lünow am Beetz-See, der ihn am 2. November 1921 an den Landwirt Albert Feuerherdt (bisher Hof 35) weiter verkaufte. Wann in dieser Zeit das Haus aufgstockt wurde (rechtes Bild), ist unbekannt.




Periode Gasthof zur Reichspost

Der Stiefsohn von A. Feuerherdt, Hermann Köppen, pachtete im Jahr 1929 den Kossatenhof Nr. 31, Besitzer Dr. Baumgarten aus Sandau. Den Gasthof, bis dahin als „Gasthof Jonas“ überliefert, erwarb der Landwirt Höpfner aus Lünow; er übernahm ihn im November 1929. Die Hände im Spiel hatte wohl auch ein Max May aus Nauen, der die Familie Höpfner „jämmerlich betrogen“ haben soll. „Höpfner starb am 10. November 1930. Nun kam für den Gasthof eine Art 'Interregnum‘. Fragwürdige Elemente wechselten einander ab“. Bis dahin war das Gebäude einstöckig, mit einer Stube im Dachstock.


Periode Gasthof Möbius

Am 18. Februar 1932 erwarb den Gasthof der Landwirt Artus Möbius aus Zallmsdorf (Kreis Wittenberg), davor war er im Grundbuch auf Seiffke – Nauen, dem Verbindungsmann von Max May. Möbius übernahm den Gasthof am 19. März 1932 und taufte ihn um in „Gasthof Möbius.“. Bis dahin hatte die Gaststätte „Gasthof zur Reichspost geheißen. In dieser Zeit wurde das Gebäude aufgestockt und um einen grossen Saal mit Bühne (dem heutigen Atelier) erweitert. Die Familie Möbius betrieb die Gaststätte bis 1975. A. Möbius war 1951 unter unglücklichen Umständen verstorben, seine Witwe, die in Bahnitz legendäre "Tante Martha", teue, führte die Dorfschenke weiter bis zum Verkauf an W. Borkenhaben. Borkenhagen veräusserte den Hof 1982 an Peter Steue, der ihn dann kuz vor der Mende an die LPG Pflanzenproduktion in Nitzahn weiter verkaufte.

Die LPG wollte eine reguläre Gaststätte mit Küche einrichten und begann 1988 an der Stelle eines früheren Anbaus (des sogenannten "Armenhauses" mit dem Bau eines "Sozialtrakts" mit Toiletten, als Ersatz für die Aussentoiletten zwischen Vorderhaus und Stall/Scheune auf der Rückseite (heute die Heizungszentrale für alle Gebäude) . Dieser von Gerd Haberstroh aus Premnitz entworfene Anbau wurde nie fertiggestellt und dann später im Zug der Rekonstruktion des Kunsthofs in ein schmuckes Café umgewandelt.

Unter LPG-Zeiten wurde die Gaststätte ihrem neuen Zweck nicht mehr zugeführt, sondern durch wechselnde Pächter nach der Wende irgendwie bis 1991 weitergeführt. Darauf folgte eine 10-jährige Periode des Leestands, bis auf ein Zimmer, das bis zu ihrem Tod im Jahr 1992 von "Tante Martha" bewohnt wurde (die ein lebenslanges Wohnrecht in Haus genoss und deren Geist auch danach und bis heute von den Einheimischen für allerhand Schabernack und seltsame Vorgänge im Kunsthof verantwortlich gemacht wird).

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...es folgt die Periode Kunsthof Bahnitz

Das Grundstück wurde 2001 von den jetzigen Eigentümern, dem Ehepaar Joerges, aus der Konkursmasse der LPG Pflanzenproduktion erworben. Die Planung für die Neukonstruktion ünernahm Dipl. Ing. Arndt, Rathenow. Die weiteren Ausführungsplanungen oblagen dem Architekturbüro Ulrich Bülhoff, Berlin/Bahnitz, der zusammen mit den Bauherrn eine überaus sorgsame Weiterentwicklung des Anwesens besorgt hat. Alle Grunsrisse siehe die Seite Investor-Relations. Das Wohnhaus wurde in ein Gästehaus umgewandelt, die Gaststube in eine Bibliothek, der provisorische Anbau (Sozialtrakt) in ein Café, der Dachstuhl wurde zu weiteren Gästezimmern ausgebaut, Fassade und Dach wurden wiederhergestellt/erneuert, Einfahrt, Innenhof und Garten wurden neu gestaltet, der alte Toilettenbereich zwischen Wohnhaus und Stall wurde in eine hochmoderne Heizungsanlage (Öl/Holz/Solar) verwandelt, der Stall wurde als Einliegerwohnung ("Cottage") rekonstruiert. Im Folgenden einige Ansichten vorher/nachher.


Gaststätte/Wohnhaus vorher (2001)



Gaststätte/Wohnhaus nachher (2011)

Gaststätte/Wohnhaus Westseite vorher/nachher

Anbau West vorher



Anbau West nachher

Gaststube vorher/nachher (verwandelt in Bibliothek/Kaminzimmer)

Saal der Gaststätte vorher, verwandelt in Atelier mit Bühne nacher

Flur vorher Flur nacher

Flur vorher/nacher

Küche vorher/nachher

alte Siege, Foto Arndt neue Stiege, Foto Kunsthof

Stiege/Treppe vorher/nachher

Dachgeschoss Gästehaus vorher/nachher (Zimmer Renoir und Bloomsbury)


Scheune-Stall Westansicht vorher / Cottage Westansicht nacher

Scheune-Stall vorher / Cottage nachher (Südseite)

Scheune-Stall Innenzustand EG vorher

Scheune-Stall Hofseite vorher/nachher

Cottage Neuaufbau vorher / Küchenberich nachher

Scheune Neuaufbau / Cottage Wohnbereich nachher



Gartenwildnis vorher / Obstwiese und Lavendelweg nachher


Fortsetzung folgt...


1 Die wesentlichen Informationen dieser Notiz stammen von Friedrich Bading aus Bahnitz, der sich sehr um die Dokumentation aller Höfe in Bahnitz verdient gemacht hat. Die wörtlichen Zitate stammen aus seiner Chronik. Weitere Informationen ab 1932 von unterschiedlichen Dorfbewohnern.

2
Ein wenig märkische Geschichte: "Kossaten waren Dorfbewohner, die einen Kotten bzw. eine Kate besaßen. Die Höfe der Kötter waren meist am Dorfrand angesiedelt oder von alten Höfen abgeteilt. Da der Ertrag häufig nicht für den Lebensunterhalt ausreichte, verrichteten sie meist zusätzlich handwerkliche Arbeiten oder arbeiteten im Tagesdienst auf Bauern- und Herrenhöfen. Ihr Landbesitz betrug meist eine achtel bis zu einer halben Hufe, sie besaßen wenig Vieh und höchstens ein Pferd. Im Regelfall besaß diese Kate einen kleinen Kohlgarten, der der Dorfstr. 19 war zu klein geworden und zog 18Nebenerwerbslandwirtschaft diente. Die meisten Kätner hatten einen anderen Haupterwerb. Sie waren z.B. Lehrer, Handwerker, Hirten oder Chausseewegewarte, mit ausreichend Land ausgestattet aber auch Bauern. Dieses Land war dann aber außerhalb der unter den Vollbauern (Hufner) aufgeteilten Flur, auch hatten Kötter meist keinen Anteil an gemeinsam bewirtschafteter Fläche (Allmende). In der sozialen Hierarchie standen sie unterhalb der Vollbauern, aber über den Bödnern (auch Büdner, Häusler oder Brinksitzer), die lediglich eine Bude ohne Land besaßen und als Handwerker arbeiteten, und erst recht über den Insten und Tagelöhnern." (nach http://www.euro-hof-deetz.de/kossaten.htm)

Kunsthof Bahnitz, Dorfstrasse 33, D-14715 Bahnitz (Milower Land, Kreis Havelland, Brandenburg)
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